Kapitel 1 von 0
In Bearbeitung

1. Konsonanten

Einführungstext

Die Buchstabenfolge “ch” kann im Deutschen unterschiedlich ausgesprochen werden. Sie üben jetzt die zwei wichtigsten Möglichkeiten:

  1. “ich-Laut”
  2. “ach-Laut”
  • Der “ich-Laut” wird weiter vorne im Mund artikuliert als der “ach-Laut”.
  • Der “ich-Laut” wird mit dem mittleren Zungenrücken artikuliert (wie “j”). Er ist ein “i”, bei dem die Zunge etwas näher am Gaumen ist.
  • Hinweis: Bitte verwechseln Sie den “ich-Laut” nicht mit dem “sch”.
  • Der “ach-Laut” wird mit dem hinteren Zungenrücken artikuliert (wie der deutsche R-Konsonant, bei dem der Zungenrücken nach hinten gezogen wird).
ich-Lautach-Laut
This image has an empty alt attribute; its file name is ich-Laut_neu-1.pngThis image has an empty alt attribute; its file name is ach-Laut_neu.png




Der “ach-Laut” folgt nach Vokalen, die hinten im Mund artikuliert werden:

ach-Laut nach…Beispielwörter
anach, Nacht
oWoche
uBuch
auauch, Bauch

Nach Vokalen, die vorne im Mund artikuliert werden, und nach Konsonanten folgt der “ich-Laut“:

ich-Laut nach…Beispielwörter
inicht
e, äsprechen, Gespräch
üBücher, Küche
ömöchte
eileicht
eueuch
nmanchmal
ldurch
rMilch

Aussprache von der Endung “-ig”

Das “g” am Ende von Wörtern wird auf unterschiedliche Art ausgesprochen.

In der Endung “-ig” wird das “g” wie der “ich-Laut” in den Wörtern ichnichtsprechen oder che ausgesprochen. Also: ledig = ledich



Aussprache von „-ig”

Sie haben bereits gelernt, dass die Endung „-ig” – zum Beispiel in Adjektiven – als „-ich” ausgesprochen wird. Hören Sie sich die folgenden Beispiele dazu an:

traurig, zügig, ledig

Das ist aber nicht immer so. Deshalb sehen wir uns jetzt genauer an, wann das „g” in „-ig” als ‘ich-Laut’ ausgesprochen wird.

Wann wird das „g” in „-ig” als ‘ich-Laut’ gesprochen?

  • Wenn die Endung „-ig” am Ende des Wortes steht.
    Beispiele: traurig, nötig
  • Wenn in Verben nach dem „-ig” durch Konjugation ein „s” oder „t” folgt.
    Beispiele: benötigt, bescheinigt
  • Wenn in Nomen nach dem „-ig” das Suffix „-keit” folgt.
    Beispiele: Traurigkeit, Staatsangehörigkeit

In allen Fällen kommt das „g” am Ende von Silben vor. Wenn das „g” am Anfang von Silben steht, bleibt es „g”: trau-ri-ge, be-nö-ti-gen

Aspiration von “p”, “t” und “k”

Sie haben vielleicht bemerkt: Die Konsonanten “p”, “t” und “k” klingen im Deutschen oft sehr stark. Man hört eine Art “h” nach dem “p”/”t”/”k”: Tasse klingt wie T-h-asseKaffee klingt wie K-h-affee.

Man nennt das “Aspiration” oder manchmal auch “Behauchung”. 

Machen Sie einen Test: Bitte halten Sie ein Blatt Papier oder Ihre Hand vor den Mund. Dann sprechen Sie besonders deutlich “p” – “t” – “k” wie ein Deutscher. Spüren Sie die Luft an der Hand? Bewegt sich das Blatt Papier?

Die Aspiration ist am Anfang von betonten Silben besonders stark. 

Was ist eine Silbe?

Jedes Wort besteht aus einer oder mehr Silben. Eine Silbe muss einen Vokal enthalten. Davor und danach können Konsonanten vorkommen.

Wörter mit einer Silbe: Ei, sie, Hemd

Wörter mit zwei Silben: Ho-se, ka-puttO-ma

Wörter mit drei Silben: an-zie-hen, no-tie-ren, Ga-ran-tie

Die fett gedruckte Silbe im Wort ist betont.

Aussprache von “b”, “d” und “g” am Ende von Wörtern und Silben

Bitte hören Sie sich die folgenden Sätze an. Achten Sie dabei bitte auf die fett markierten Konsonanten:

Ich fliege am Sonntag mit dem Flugzeug in den Urlaub.
Ich muss noch für den Urlaub Geld abheben.

Was hören Sie?

Die Konsonanten “b”, “d” und “g” werden hier wie “p”, “t” und “k” gesprochen.

Die Regel:
Im Auslaut (am Ende) von Silben und Wörtern wird “b” wie “p” ausgesprochen, “d” wie “t” und “g” wie “k”. Man nennt das “Auslautverhärtung”.

Also:

Wort mit “b”, “d” oder “g” am Silbenendeausgesprochen wie…
SonntagSonntak
FlugzeugFlukzeuk
UrlaubUrlaup
GeldGelt
ab-hebenap-heben

Achtung: Nicht jedes “g” am Ende einer Silbe oder eines Wortes wird wie “k” gesprochen:

  • “ng” am Ende einer Silbe stehen für einen einzigen Nasalkonsonanten: die Bestellung, Achtung
  • Die Endung “-ig” wird im Standarddeutschen wie “-ich” gesprochen: schmutzig, dreißig (Hinweis: In einigen Regionen Deutschlands – vor allem in Süddeutschland – gibt es auch die Variante “-ik”.)


Die Auslautverhärtung von “b”, “d” und “g” am Ende einer Silbe

Sie wissen schon, dass Flugzeug als Flukzeuk ausgesprochen wird – und Urlaub als Urlaup, Geld als Gelt.

Man nennt das “Auslautverhärtung”: Ein sanftes “b”, “d” oder “g” wird zu einem harten “p”, “t” oder “k”. Dies geschieht, wenn der Konsonant am Ende der Silbe vorkommt.

Ausnahmen:

  • Die Endung “-ig” wird als “-ich” ausgesprochen (z. B. knusprig, berechtigt).
  • “ng” am Ende der Silbe wird als ein einziger Nasallaut (vergleichbar mit “m” und “n”) gesprochen (z. B. Versicherung, Stoßstange).
  • Entlehnte Wörter aus dem Englischen oder Französischen werden von manchen deutschen Sprechern mit der englischen/französischen Aussprache gesprochen.

Also zum Beispiel:

– Englisches Fastfood ohne Auslautverhärtung

– Französisches Buffet mit langem “eh” und ohne “t” am Ende

Bitte üben Sie jetzt die Auslautverhärtung an einigen Wörtern, die Sie neu gelernt haben:

Wichtig: Auslautverhärtung betrifft “b”, “d” und “g” am Ende einer Silbe.

Das bedeutet: In Wörtern, die denselben Wortstamm haben, werden “b”, “d” und “g” nicht immer gleich ausgesprochen.

Aussprache von “r”
Der Buchstabe “r” wird im Deutschen auf zwei Arten ausgesprochen:

– als Konsonant: Im Standarddeutschen wird für den R-Konsonanten der Zungenrücken nach hinten oben gezogen. Der R-Konsonant wird an der Stelle artikuliert, an der auch das “ch” in den Wörtern “machen”, “Woche” und “auch” gesprochen wird.

– als etwas reduzierter a-Vokal: Der Mund ist nicht ganz so offen wie in dem a-Vokal in den Wörtern “schlafen”, “haben” oder “hast”.

Wann wird “r” wie ein Vokal gesprochen?

  • In der Endung -er (und -ert, -erst und ähnlichen Endungen)
    Beispiele: Fieber, Mutter, untersuchen, hundert, du änderst
  • In den Präfixen (Vorsilben) er-, ver- und zer-
    Beispiele: Erkältung, erklären, Verletzung, versichert
  • Am Ende von Silben mit langem Vokal
    Beispiele: er, für, Ohr (aber: Oh-ren mit Konsonant), Kur (aber: ku-rieren mit Konsonant)

Die Vokalisierung von “r”

Wie spricht man das Wort “Vermieter” aus? Ist das “r” ein Konsonant?

Sie haben schon gelesen, dass der Buchstabe “r” nicht immer als Konsonant gesprochen wird. Oft wird es vokalisiert – das heißt: wie ein schwacher a-Vokal gesprochen.

Wann wird “r” nicht als Konsonant gesprochen? Kennen Sie noch die Regeln?


Wann wird das “r” vokalisiert?

  1. In der Endung -er (und -ert-erst und ähnlichen Endungen) am Ende einer Silbe

Also kein R-Konsonant in: Mitbewohner, speichern, übernehmen 

(aber: Mitbewohne-rin, ich speiche-re: Konsonant)


2. In den Präfixen (Vorsilben) er-ver- und zer-

Also kein R-Konsonant in: vermietet, vereinbaren


3. Am Ende von Silben mit langem Vokal

Also kein R-Konsonant in: möbliert, Mobiliar

(aber: Mobilia-re (Pl.): Konsonant)



Aussprache von “z” und “tz”

Sie haben bereits gelernt, dass “z” und “tz” als Verbindung von einem “t” mit einem nachfolgenden “s” ausgesprochen wird. 

Bitte beachten Sie: 

  • “z” und “tz” werden gleich ausgesprochen. 
  • “tz” zeigt, dass der Vokal davor kurz ist (siehe zum Beispiel: verletzt, Satz, Sitzplatz)



Aussprache der Endung “-tion”

In der Endung “-tion” wird das “t” wie “z” ausgesprochen: „Station“ wird zum Beispiel ausgesprochen wie “Schtazjon”.

Hören Sie:

Noch ein Hinweis zur Betonung:

Die Endung “-tion” in Nomen wird immer betont. Wenn aber danach noch weitere Endungen hinzukommen – wie zum Beispiel bei Adjektiven – kann sich die Betonung verschieben:

die Station – stationär

die Funktion – funktionieren

Hören Sie:


Das “s”

Wie wird das “s” im Deutschen ausgesprochen?


Es gibt drei Varianten:
Meistens ist es ein Konsonant, der an dem Zahndamm (den Alveolen) hinter den oberen Schneidezähnen artikuliert wird.

Dieser Konsonant kann (1) stimmlos oder (2) stimmhaft sein:

(3) In manchen Positionen wird das “s” wie “sch” ausgesprochen. Erinnern Sie sich noch, wann?

Kann ich im geschriebenen Wort sehen, wie das “s” gesprochen wird?

Leider nicht immer.
Ein paar Regeln:

BuchstabeLaut
“ss”stimmloser s-Konsonant
“s” am Ende von Wörtern oder Silbenstimmloser s-Konsonant
“s” am Anfang von Wörtern und Silbenstimmhafter s-Konsonant
(Ausnahme: “st-” und “sp-“)
“sp”/”st” am Anfang von Wörtern und Silbenmeistens “sch” (Ausnahmen sind zum Beispiel in diesem Modul: Institut, Katastrophe)

Hinweise:

  • Der normalerweise stimmhafte “s”-Konsonant wird manchmal stimmlos gesprochen – zum Beispiel im Süden Deutschlands.
  • Der Buchstabe “ß” wird wie “ss” ausgesprochen. Er zeigt nur, dass der Vokal davor lang oder ein Diphthong ist:
Beispielwort“ss” / “ß”Vokal vor dem Konsonanten
essensskurzes e
geschlossensskurzes o
Fußßlanges u
Straßeßlanges a
heißenßDiphthong ei


Aussprache von “st” und “sp” 

Sehen Sie sich bitte die folgenden Sätze an:

  • Die Wurst kostet am Samstag nur einen Euro.
  • Stefan spielt auf der Straße.
  • Das ist ein Beispiel für ein Gespräch.

Wie wird das “s” in den Wörtern ausgesprochen? Wird es immer gleich ausgesprochen?

Manchmal wird “st” wie “scht” gesprochen und “sp” wie “schp”. 

Sehen Sie sich bitte die folgenden Karten an:

Wann spricht man “scht” und “schp”?

Regel: “s” in der Konsonantenfolge “st” und “sp” wird am Anfang einer Silbe wie “sch” ausgesprochen.

Wurst:             “st” ist am Ende einer Silbe
                        Aussprache: s + t

kos-ten:           “s” und “t” gehören zu zwei Sliben
                        Aussprache: s + t

Stefan:            “st” ist am Anfang einer Silbe
                        Aussprache: sch + t

Bei-spiel:         “sp” ist am Anfang einer Silbe
                        Aussprache: sch + p

Ge-spräch:      “sp” ist am Anfang einer Silbe
                        Aussprache: sch + p




Aussprache von “sp” und “st”

Sie haben bereits gelernt, dass das “s” in “sp” und “st” auf zwei Arten ausgesprochen werden kann:

  1. als stimmloses “s”
  2. als “sch”

Kennen Sie noch die Regeln, wann welche Variante richtig ist?


Aussprache von “schw”
Im Deutschen kommen am Anfang einer Silbe oft mehrere Konsonanten vor. Einige Konsonanten-Cluster sind für Deutschlerner schwer auszusprechen. Wir üben hier das Cluster “schw”.

Artikulation von “sch”:
Die Zunge liegt hinter den Zähnen an den Alveolen (siehe Grafik). Das deutsche “sch” ist dem englischen “sh” in “shoe” sehr ähnlich. Bei dem “sch” werden zusätzlich die Lippen etwas gerundet.

Artikulation von “w”:
Der Laut wird zwischen Unterlippe und oberen Schneidezähnen gebildet (siehe Grafik). Die Zähne sind in der Nähe der Unterlippe, aber berühren sie nicht. Bitte runden Sie die Lippen nicht! Das deutsche “w” ist dem englischen “v” ähnlich, nicht dem englischen “w”.



Die Aussprache von “v”

Wird der Buchstabe “v” immer gleich ausgesprochen? Bitte hören Sie sich die drei folgenden Sätze an:

Ich hatte vorgestern ein Vorstellungsgespräch in Hannover.

Vegetarier verzichten auf Fleisch.

Privat spielt Viktor am liebsten mit seinem Vater Volleyball.

Das “v” kann auf zwei Arten ausgesprochen werden:

  1. wie “f” (vorgestern, Vorstellungsgespräch, Hannover, verzichten, Vater)
  2. wie “w” (Vegetarier, privat, Viktor, Volleyball)

Üben Sie jetzt die beiden Aussprachevarianten:



Der Buchstabe “h”

Der Buchstabe “h” wird oft als Konsonant ausgesprochen. Dieser Konsonant wird am Kehlkopf gebildet. Wenn Sie mit leicht geöffnetem Mund hörbar ausatmen, ist das Geräusch ähnlich wie der h-Konsonant.

Aber Sie haben auch schon gelernt, dass der Buchstabe “h” manchmal gar nicht gesprochen wird. In der folgenden Übung lernen Sie einige Wörter kennen, in denen das “h” stumm ist.

Wie erkennt man, ob das “h” gesprochen wird?

Wenn das “h” am Anfang des Wortes oder des Wortstamms steht, wird es als Konsonant gesprochen – z. B. Heizung, Wasser-hahn, er-halten, ein-heimisch, Brutto-ge-halt.

Das “h” ist stumm (wird nicht gesprochen):

  1. wenn es zeigen soll, dass der Vokal davor lang ist – z. B. ehrgeizig, Wasserhahn, drehte.
  2. am Anfang einer Silbe, wenn danach ein Schwa (kurzer unbetonter e-Vokal) oder ein unbetontes “i” (oder “u”) folgt – z. B. E-he, dre-hen, verste-he, Nä-he, ho-he, se-hen, Ru-he, fä-hig/Fä-higkeit, ru-hig.

The vocalisation of “r”
How do you pronounce the word “Vermieter”? Is the “r” a consonant?
In A1, block 06 (chapter 2) you have already learned that the letter “r” is not always pronounced as a consonant. It is often vocalised – in other words: pronounced like a weak vowel “a”.
In which cases is the “r” not pronounced as a consonant? Do you still know the rules?

Wann spricht man “scht” und “schp”?

Regel: “s” in der Konsonantenfolge “st” und “sp” wird am Anfang einer Silbe wie “sch” ausgesprochen.

Wurst:             “st” ist am Ende einer Silbe
                        Aussprache: s + t

kos-ten:           “s” und “t” gehören zu zwei Sliben
                        Aussprache: s + t

Stefan:            “st” ist am Anfang einer Silbe
                        Aussprache: sch + t

Bei-spiel:         “sp” ist am Anfang einer Silbe
                        Aussprache: sch + p

Ge-spräch:      “sp” ist am Anfang einer Silbe
                        Aussprache: sch + p